Aufklärungsvideos für Patienten: Ein 8-stufiger Lokalisierungs-Workflow für Teams im Gesundheitswesen

Inhalt

Videos zur Patientenaufklärung vermitteln ihre Botschaft oft nicht nur durch den Begleitkommentar. Ein Video über Körpermaße kann Werte und Kategoriebezeichnungen zeigen. Eine Ernährungsanleitung kann Lebensmitteltabellen und Grafiken zu Portionsgrößen verwenden. Ein Erklärvideo zur Anatomie stützt sich möglicherweise auf Pfeile, Beschriftungen von Körperteilen oder hervorgehobene Bereiche. Wenn bei einer mehrsprachigen Version die Sprachausgabe und die Untertitel geändert werden, diese Elemente jedoch in der Originalsprache belassen werden, erhält der Zuschauer nur einen Teil der übersetzten Botschaft.

Dies ist kein hypothetischer Sonderfall. Zu den jüngsten Aktivitäten im Bereich der Videolokalisierung, die im Rahmen dieses Inhaltsplans geprüft wurden, gehörten die BMI-Klassifizierung, Lektionen zu Ernährung und Gewichtsmanagement, Erläuterungen zu Körperregionen, gesundheitsbezogene Kurse und andere Lehrmaterialien, die auf sichtbarem Text basieren. Aus den Beispielen geht nicht die Rolle oder Organisation jedes einzelnen Hochladenden hervor, und nicht alle Inhalte fallen unter den Begriff der Patientenaufklärung im engeren klinischen Sinne. Sie zeigen jedoch eine einheitliche Anforderung an die Produktion: Gesundheitspädagogen, Teams für Gesundheitsinhalte sowie Anbieter von medizinischer oder Wellness-Aufklärung müssen lokalisieren, was die Zuschauer auf dem Bildschirm hören, lesen und befolgen.

Ein zuverlässiger Arbeitsablauf betrachtet das Video daher als ein zusammenhängendes Informationssystem. Kommentare, Untertitel, Diagramme, Beschriftungen, Zahlen und Anweisungen sollten im Kontext übersetzt und gemeinsam überprüft werden.

Mehrsprachiges Aufklärungsvideo für Patienten mit übersetzten Untertiteln, Beschriftungen in Diagrammen und Anmerkungen zu Körperregionen
Die Lokalisierung von Aufklärungsvideos für Patienten funktioniert am besten, wenn Sprechertext, Untertitel, Diagramme und Bildschirmbeschriftungen als eine zusammenhängende Botschaft überprüft werden.

Was versteht man unter der Lokalisierung von Patientenaufklärungsvideos?

Die Lokalisierung von Aufklärungsvideos für Patienten ist der Prozess der Anpassung eines bestehenden Gesundheits- oder Patientenvideos für Menschen, die eine andere Sprache sprechen. Dazu können übersetzte Sprachaufnahmen, Untertitel, Text auf dem Bildschirm, Grafiken, Terminologie, Zeitplanung und Layout, gefolgt von einer sprachlichen, inhaltlichen und visuellen Überprüfung.

Bei der Übersetzung geht es darum, was im Ausgangstext steht. Bei der Lokalisierung geht es darüber hinaus darum, wer die Zielgruppe ist, welche Sprachvariante sie verwendet, wie viel Platz der übersetzte Text benötigt und ob die gesamte Szene weiterhin die beabsichtigte Bedeutung vermittelt. Diese Unterscheidung ist in der Gesundheitsaufklärung von Bedeutung, da die gesprochene Erklärung und die visuelle Ebene oft als Einheit fungieren.

Das Ziel besteht nicht darin, medizinische Leitlinien umzuschreiben oder ein übersetztes Video autoritativer klingen zu lassen als das Original. Vielmehr geht es darum, den Zweck, die Bedeutung und die übersichtliche Struktur eines zugelassenen Quellvideos für ein anderes Publikum zu bewahren.

Warum Gesundheitsaufklärungsvideos mehr als nur eine wörtliche Übersetzung benötigen

Die Weltgesundheitsorganisation definiert Gesundheitskompetenz als die Fähigkeit der Menschen, auf Gesundheitsinformationen zuzugreifen, diese zu verstehen, zu bewerten und anzuwenden. Sie weist zudem den Informationsanbietern die Verantwortung zu, vertrauenswürdige Informationen verständlich und umsetzbar zu gestalten. Eine erfolgreiche Lokalisierung lässt sich daher nicht allein daran messen, ob jeder Ausgangssatz ein Äquivalent in der Zielsprache hat. Das gesamte Material muss nach wie vor als Kommunikation funktionieren.

Eine für Patienten verständliche Sprache ist keine Fachsprache

Fachleute aus den Bereichen Medizin und öffentliche Gesundheit verwenden Fachbegriffe, die außerhalb ihrer Fachgebiete möglicherweise unbekannt sind. Die Leitlinien der CDC zur verständlichen Sprache empfehlen, die Zielgruppe und den Zweck zu kennen, vertraute Wörter und Zahlen zu wählen und Informationen so zu strukturieren, dass sie leichter zu verstehen und anzuwenden sind.

Das bedeutet nicht, dass ein Lokalisierungsteam genehmigte medizinische Fachbegriffe eigenmächtig vereinfachen oder ersetzen sollte. Es bedeutet vielmehr, dass das Team vor der Übersetzung die Zielgruppe ermitteln, eine genehmigte Terminologiestrategie anwenden und unklare Formulierungen an einen qualifizierten Gutachter weiterleiten sollte. Ein professionelles Schulungsvideo für medizinisches Fachpersonal und ein Aufklärungsvideo für die breite Öffentlichkeit mögen zwar dasselbe Thema behandeln, sollten jedoch nicht automatisch denselben Sprachstil verwenden.

Die Bedeutung kann sich auf Ton und Bild verteilen

Stellen Sie sich beispielsweise ein Erklärvideo zum BMI vor, in dem der Sprecher eine Kategorie beschreibt, während der entsprechende Wertebereich in einer Grafik angezeigt wird. Oder ein Anatomie-Video, in dem sich der Sprecher auf eine Stelle bezieht, die durch einen Pfeil und eine Beschriftung gekennzeichnet ist. Der Satz mag zwar korrekt übersetzt sein, doch die Szene bleibt unvollständig, wenn die Überschrift der Grafik, der Wertebereich oder die anatomische Beschriftung in der Ausgangssprache belassen werden.

Das ist der Grund visuelle Übersetzung gehört in den Lokalisierungsumfang und sollte nicht als rein kosmetischer Abschlussschritt betrachtet werden. Die visuelle Ebene kann verdeutlichen, wofür eine Zahl steht, um welchen Körperbereich es geht oder welcher Schritt als Nächstes folgt.

Eine wörtliche Übersetzung ist möglicherweise immer noch schwer anwendbar

Eine wörtliche Übersetzung kann zwar grammatikalisch korrekt sein, sich aber dennoch nicht für die Zielgruppe eignen. Sprachvarianten, Bildungsstand, Kontext und Vertrautheit mit medizinischen Begriffen können sich darauf auswirken, wie leicht ein Betrachter dem Inhalt folgen kann.

Die Agency for Healthcare Research and Quality stellt mit ihrem „Patient Education Materials Assessment Tool for audiovisual materials“ (PEMAT-A/V) einen praktischen Bewertungsrahmen für audiovisuelle Materialien bereit. Dabei werden zwei separate Qualitätsaspekte bewertet: Verständlichkeit und Umsetzbarkeit. Die Kriterien umfassen den Zweck, die Wortwahl, den Aufbau, visuelle Hilfsmittel sowie die Frage, ob die Zielgruppe erkennen kann, was zu tun ist. Diese Grundsätze bieten einen nützlichen Bewertungsansatz für mehrsprachige Patientenaufklärungsvideos, selbst wenn eine Organisation ihr eigenes medizinisches und sprachliches Freigabeverfahren anwendet.

PEMAT-A/V überprüft nicht die medizinische Richtigkeit. Die klinische oder fachliche Überprüfung bleibt eine gesonderte Aufgabe.

Was muss neben den Untertiteln noch lokalisiert werden?

Untertitel sind nur ein Aspekt eines Aufklärungsvideos für Patienten. Bevor mit der Arbeit begonnen wird, sollten die Teams das gesamte Material durchsehen und alle Elemente erfassen, die eine Bedeutung haben.

  1. Erzählung und Dialoge. Übersetzen Sie gesprochene Erklärungen unter Berücksichtigung der Zielgruppe, der genehmigten Terminologie und des Kontextes der jeweiligen Szene. Bei einer Synchronisation prüfen Sie, ob das neue Sprechtempo weiterhin mit der Bildsequenz übereinstimmt.
  2. Untertitel und Bildunterschriften. Überprüfen Sie die Terminologie, Zeilenumbrüche, das Timing und die Übereinstimmung mit der Tonspur. Untertitel können zudem Informationen zu den Sprechern oder zu Geräuschen enthalten, die in gewöhnlichen Untertiteln nicht vorkommen.
  3. Überschriften und Beschriftungen auf dem Bildschirm. Dazu gehören anatomische Bezeichnungen, Körperbereiche, Messkategorien, Begriffe aus dem Bereich der Ernährung, Legenden zu Diagrammen, Abschnittsüberschriften und Erläuterungen.
  4. Zahlen und Einheiten. Eine Zahl ist nicht selbsterklärend. Ihre Überschrift, Einheit, Kategorie, das Dezimalformat und die begleitenden Anweisungen beeinflussen alle, wie sie gelesen wird. Jede Umwandlung oder Anpassung sollte sich nach den vom Inhaltseigentümer genehmigten Richtlinien richten und nicht auf automatischen Annahmen beruhen.
  5. Schritte und Anweisungen. Nummerierte Abläufe, Vorbereitungsschritte, Navigationshinweise und Aktionsbezeichnungen müssen in der richtigen Reihenfolge bleiben und mit dem Begleittext übereinstimmen.
  6. Diagramme, Tabellen und Schnittstellen. Pfeile, Legenden, eingebettete Screenshots, Schaltflächen und Felder können wichtige Informationen enthalten, auch wenn sie nur einen kleinen Teil des Bildausschnitts einnehmen.
Sprach-, Untertitel-, Diagramm- und Beschriftungsebenen in einem Aufklärungsvideo für Patienten
Aufklärungsvideos für Patienten können Informationen über Sprache, Untertitel, Beschriftungen, Zahlen und Diagramme vermitteln.

Diese Checkliste hilft Teams dabei, zu entscheiden, welche Elemente eine medizinische Überprüfung erfordern und welche eine visuelle oder produktbezogene Überprüfung benötigen. Ein anatomischer Fachbegriff erfordert möglicherweise die Einbeziehung eines Fachexperten, während eine übersetzte App-Schaltfläche möglicherweise die Bestätigung durch den Produktverantwortlichen für digitale Gesundheitslösungen benötigt.

Welche Videos sollten zuerst lokalisiert werden?

Die untersuchten Projektbeispiele lassen mehrere wiederkehrende Formen der visuellen Gesundheitsaufklärung erkennen: Körpermaße, Ernährung und Gewichtsmanagement, Erläuterungen zur Anatomie oder zu Körperregionen sowie strukturierte Gesundheitskurse. Dies sind sinnvolle Ausgangskategorien, da ihr pädagogischer Wert häufig von sichtbaren Texten, Diagrammen oder strukturierten Schritten abhängt.

Ein verwandtes Sportwissenschaftliche Ausbildung Dieses Beispiel verdeutlicht, warum Folien, Diagramme, Formeln und Lehrtexte zusammen mit dem gesprochenen Unterrichtsinhalt in die Zielsprache übertragen werden müssen.

Auch andere Organisationen stellen möglicherweise Videos für Patienten bereit, die sich mit der Vorbereitung auf Eingriffe, der Nachsorge, der Einnahme von Medikamenten, medizinischen Geräten oder digitalen Gesundheitsinstrumenten befassen. Dabei handelt es sich um Anwendungen aus angrenzenden Branchen, nicht um Muster, die sich aus der untersuchten Stichprobe ergeben. Sie sollten nur dann priorisiert werden, wenn sie mit der tatsächlichen Inhaltsbibliothek der Organisation und den Bedürfnissen der Zielgruppe übereinstimmen.

Anstatt sich allein nach dem Thema zu richten, können die Teams die in Frage kommenden Videos anhand von sechs operativen Fragen bewerten:

  • Gibt es bei der Zielgruppe eine nachweisbare Nachfrage nach dieser Sprache?
  • Wie oft wird das Video genutzt oder verbreitet?
  • Wie viele wesentliche Informationen sind innerhalb des Rahmens zu sehen?
  • Ist das Quellvideo aktuell und freigegeben?
  • Sind die Verantwortlichen für die Terminologie und die Überprüfung bekannt?
  • Kann die lokalisierte Version beibehalten werden, wenn sich die Quelle ändert?

Dieser Ansatz verhindert, dass Lokalisierungsaufwand für veraltete Inhalte aufgewendet wird, nur weil diese leicht zu übersetzen sind. Außerdem wird so vermieden, dass Teams mit einem risikoreichen Video beginnen, bevor die erforderlichen Prüfer und die Terminologie zur Verfügung stehen.

Ein praktischer Arbeitsablauf für mehrsprachige Aufklärungsvideos für Patienten

1. Überprüfen Sie die Zielgruppe und die genehmigte Quelle

Legen Sie fest, für wen das Video bestimmt ist und wo es eingesetzt werden soll. “Spanischsprachige Zuschauer” ist nicht immer eine vollständige Definition der Zielgruppe; Region, Kommunikationskontext und erwartete Gesundheitskenntnisse können die Terminologie und den Tonfall beeinflussen. Vergewissern Sie sich, dass es sich bei dem Quellvideo um die aktuell genehmigte Version handelt, bevor Sie Text daraus extrahieren.

Auch die Quelle muss einen klaren Zweck haben. In den audiovisuellen Leitlinien der AHRQ wird gefragt, ob der Titel, die einleitende Erzählstimme oder der eingeblendete Text den Zweck des Materials deutlich machen. Ist das Originalvideo mehrdeutig oder überladen, wird die Übersetzung diese Schwäche eher reproduzieren als beheben.

2. Erstellen Sie ein Terminologieblatt im Kontext

Erstellen Sie ein Arbeitsglossar auf der Grundlage genehmigter Skripte, vorhandener Aufklärungsmaterialien für Patienten, der Produktterminologie und früherer Übersetzungen. Geben Sie dabei den Ausgangsbegriff, den genehmigten Zielbegriff, die Definition oder den Kontext, den Verantwortlichen für den Inhalt sowie alle Begriffe an, die nicht geändert werden dürfen.

Sammeln Sie nicht nur Fachbegriffe. Kategorien, Aktionsverben, Einheiten, Beschriftungen in Benutzeroberflächen und kurze Warnhinweise führen häufig zu größeren Konsistenzproblemen, da sie in Sprachaufnahmen, Untertiteln, Grafiken und zugehörigen Materialien immer wieder vorkommen.

3. Die gesamte visuelle Ebene abbilden

Sehen Sie sich das Video Szene für Szene an und notieren Sie sichtbare Überschriften, Beschriftungen, Diagramme, Anmerkungen, Bildunterschriften und Texte in der Benutzeroberfläche. Notieren Sie, wann Text erscheint, auf welches Objekt er sich bezieht und ob er an anderer Stelle wiederholt wird. Dieser Schritt erfasst Informationen, die bei einem auf Transkripten basierenden Arbeitsablauf nicht berücksichtigt werden können.

Bei den Projekten, die in der jüngsten Praxis zu beobachten sind, kann dies die Abbildung einer BMI-Tabelle bedeuten, Diagrammbeschriftungen, Begriffe in einer Ernährungsgrafik oder Überschriften in einer Folie eines Gesundheitskurses. Verknüpfen Sie das Bildmaterial stets mit dem entsprechenden Skriptabschnitt, damit Übersetzer ihre Entscheidungen nicht isoliert treffen.

4. Verbundene Elemente gemeinsam übersetzen

Übersetzen Sie Erzähltext, Bildunterschriften und sichtbaren Text als Bestandteile derselben Szene. Wenn der Sprecher eine in einem Diagramm dargestellte Kategorie nennt, sollten die gesprochenen und die visuellen Begriffe übereinstimmen. Wenn ein Pfeil auf eine Körperstelle zeigt, sollte die Beschriftung dieselbe genehmigte Terminologie verwenden wie die Erläuterung.

Dies ist auch der richtige Zeitpunkt, um darauf hinzuweisen Texterweiterung. Eine Bezeichnung in der Zielsprache passt möglicherweise nicht mehr in ein Diagramm oder bleibt nicht lange genug lesbar. Eine Verkürzung ohne Überprüfung kann die Bedeutung verändern, daher müssen sprachliche und visuelle Entscheidungen aufeinander abgestimmt werden.

Vor und nach der Lokalisierung des BMI-Textes ins Japanische in einem Gesundheitsaufklärungsvideo
Gesprochene Begriffe, Maßeinheiten und Bildtexte sollten innerhalb der lokalisierten Szene einheitlich bleiben.

5. Die visuelle Ebene für die Zielsprache neu erstellen

Das Ersetzen von Text innerhalb eines Rahmens ist sowohl eine gestalterische als auch eine übersetzerische Aufgabe. Der neue Wortlaut muss in den verfügbaren Bereich passen, gut lesbar bleiben und den Bezug zu der Abbildung, Tabelle, dem Fließtext oder der Handlung, die er beschreibt, beibehalten. Schriftartunterstützung, Zeilenumbrüche, Kontrast, Platzierung und Anzeigedauer müssen überprüft werden.

Sollte das ursprüngliche Layout keine lesbare Übersetzung zulassen, überarbeiten Sie das Layout oder kürzen Sie den Text nach Absprache mit dem Fachverantwortlichen. Den Text so lange zu verkleinern, bis er technisch passt, ist keine sinnvolle Lösung, wenn die Zielgruppe ihn dadurch nicht mehr lesen kann.

6. Getrennte Überprüfung der sprachlichen, inhaltlichen und visuellen Aspekte

Ein Korrektor deckt selten alle Risiken ab. Ein Sprachkorrektor überprüft den Lesefluss, die Konsistenz und die Eignung für die Zielgruppe. Ein qualifizierter Fachkorrektor überprüft, ob die genehmigte medizinische Bedeutung, Reihenfolge und Terminologie beibehalten wurden. Bei der visuellen Qualitätssicherung werden Platzierung, Lesbarkeit, zeitliche Abstimmung, eventuelle Abschneidungen sowie die Frage überprüft, ob der Text noch auf das richtige Objekt verweist.

Überprüfen Sie die fertige Szene und nicht nur eine Tabelle mit übersetzten Strings. Der Kontext kann Fehler aufdecken, die für sich genommen akzeptabel erscheinen: eine Beschriftung, die an der falschen Seite eines Diagramms angebracht ist, eine Diagrammkategorie, die nicht mehr zum Begleittext passt, oder ein Zeilenumbruch, der eine Zahl von ihrer Einheit trennt.

7. Das gesamte lokalisierte Material prüfen

Sehen Sie sich das lokalisierte Video nach den Korrekturen von Anfang bis Ende an. Prüfen Sie, ob der Zweck des Videos klar ist, die wichtigsten Informationen übersichtlich dargestellt sind, die visuellen Elemente die Botschaft unterstreichen, anstatt davon abzulenken, und ob die beabsichtigte Handlung weiterhin erkennbar ist. PEMAT-A/V kann bei dieser Überprüfung als Orientierungshilfe dienen, ersetzt jedoch nicht die Anforderungen einer Organisation in Bezug auf klinische, rechtliche, barrierefreie oder sprachliche Zugänglichkeit.

Beziehen Sie gegebenenfalls Vertreter der Zielgruppe mit ein. Interne Prüfer können die Terminologie und die Richtlinien überprüfen; durch Zielgruppentests lässt sich feststellen, ob die Botschaft so verstanden wird, wie beabsichtigt. Die Überprüfungsmethode sollte dem Zweck des Videos und dem Governance-Prozess der Organisation entsprechen.

8. Versionsverlauf führen

Speichern Sie die Quellversion, die Zielsprache, das Glossar, die Entscheidungen der Prüfer und das Veröffentlichungsdatum gemeinsam. Wenn sich die Quelle ändert, müssen die Teams wissen, welche lokalisierten Inhalte davon betroffen sind. Die Versionskontrolle ist besonders wichtig, wenn dasselbe Diagramm, derselbe Beschriftungssatz oder dieselbe Erklärung in mehreren Videos vorkommt.

Häufige Lokalisierungsfehler, die vor der Veröffentlichung erkannt werden sollten

Der auffälligste Fehler ist eine übersetzte Sprachausgabe, die über nicht übersetzte Grafiken gelegt wird, doch das ist nicht der einzige. Teams sollten außerdem auf inkonsistente Terminologie zwischen Sprechtext und Beschriftungen achten, auf Fachbegriffe, die ohne Überprüfung in öffentlich zugängliche Inhalte übernommen wurden, auf übersetzten Text, der einen Pfeil oder Datenpunkt verdeckt, auf Zahlen, die von ihren Einheiten getrennt sind, auf Schritte, die in einer anderen Reihenfolge als im Sprechtext erscheinen, sowie auf veraltete Quellinformationen, die in mehreren Sprachen wiedergegeben werden.

Die Automatisierung birgt eine weitere Gefahr bei der Überprüfung: Ein flüssig formulierter Text kann bereits als fertiggestellt erscheinen, bevor sein Inhalt freigegeben wurde. KI kann die Erkennung, Übersetzung und Überarbeitung zwar beschleunigen, sollte jedoch nicht als medizinischer Gutachter oder letzte Instanz angesehen werden. Inhalte im Gesundheitswesen erfordern nach wie vor einen Überprüfungsprozess, der auf die Zielgruppe, das Thema und die jeweilige Organisation zugeschnitten ist.

Wo sich die visuelle Übersetzung in den Arbeitsablauf einfügt

Herkömmliche Arbeitsabläufe bei der Übersetzung von Videos beginnen oft mit dem Transkript, woraufhin Untertitel oder eine Synchronisation erstellt werden. Das funktioniert zwar bei gesprochenen Inhalten, berücksichtigt jedoch nicht automatisch Texte, die in Diagrammen, Folien, Beschriftungen, Anmerkungen oder Screenshots eingebettet sind.

Vozo Visual Translate wurde speziell für diese fehlende Ebene entwickelt. Es erkennt Text auf dem Bildschirm, entfernt den Originaltext, übersetzt ihn im Kontext und baut die visuelle Ebene in der Zielsprache neu auf, ohne dass die ursprüngliche Projektdatei erforderlich ist. Teams können den Ausgangstext und den übersetzten Text vergleichen, einzelne Elemente bearbeiten oder neu übersetzen, Stil und Layout anpassen und das Timing der Animationen vor dem Export verfeinern. Diese Steuerungsmöglichkeiten sind nützlich, wenn ein Gesundheitsaufklärungsvideo kompakte Beschriftungen, Diagramme, Kursfolien oder andere Textelemente enthält, die lesbar bleiben und mit der genehmigten Übersetzung übereinstimmen müssen.

Vozo Visual Translate-Editor mit einer Lokalisierung von Bildschirmtexten vom Englischen ins Japanische
Mit „Visual Translate“ können Teams übersetzte Bildschirmtexte im Kontext des Originalvideos vergleichen, bearbeiten und verfeinern.

Visual Translate ersetzt keine medizinische, sprachliche, barrierefreiheitsbezogene oder richtlinienbezogene Überprüfung. Seine Funktion ist enger gefasst und praxisorientiert: Es hilft Lokalisierungsteams dabei, sichtbaren Text als bearbeitbaren Inhalt zu bearbeiten, anstatt ihn unübersetzt zu lassen oder jeden Frame manuell neu zu erstellen. Eine vollständige Arbeitsablauf bei der Übersetzung von Videos kann dann Untertitel, Synchronisation und Lippensynchronisation hinzufügen.

Checkliste für die abschließende Überprüfung

Bevor Sie ein lokalisiertes Video zur Patientenaufklärung veröffentlichen, vergewissern Sie sich, dass:

  • Die Zielgruppe, die Sprachvariante und die Quellversion sind dokumentiert.
  • Sprechtexte, Untertitel, Beschriftungen, Diagramme, Zahlen, Einheiten und Anleitungen wurden alle erfasst.
  • Die gesprochene und die sichtbare Terminologie stimmen innerhalb jeder Szene überein.
  • Es bleibt kein wichtiger Text der Ausgangssprache unbeabsichtigt auf dem Bildschirm stehen.
  • Der übersetzte Text ist gut lesbar und beeinträchtigt die Darstellung, die er erläutert, nicht.
  • Die medizinische Bedeutung und die beabsichtigten Wirkungen wurden von den zuständigen Verantwortlichen überprüft.
  • Das fertige Video wurde im Kontext angesehen und nicht allein anhand von Textdateien freigegeben.
  • Die Überprüfungsentscheidungen und Versionsinformationen wurden für zukünftige Updates beibehalten.

Entwickeln Sie mehrsprachige Gesundheitsaufklärung, ohne dabei die visuelle Ebene zu vernachlässigen

Videos zur Patientenaufklärung lassen sich am einfachsten lokalisieren, wenn die Teams aufhören, sie als Transkripte mit beigefügten Bildern zu behandeln. Der Sprechertext erklärt, Diagramme dienen der Einordnung, Beschriftungen dienen der Identifizierung, Pfeile lenken die Aufmerksamkeit, und die auf dem Bildschirm angezeigten Schritte strukturieren die Vorgehensweise. All diese Ebenen tragen zur Vermittlung der Botschaft bei.

Für Pädagogen im Gesundheitswesen und Teams, die Gesundheitsinhalte erstellen und dabei auf ein genehmigtes Quellvideo zurückgreifen, ist der praktische Weg klar: Die Zielgruppe definieren, jede Informationsebene abbilden, zusammenhängende Elemente gemeinsam übersetzen und qualifizierte Prüfer in den Prozess einbeziehen. Die visuelle Übersetzung kann die Text-Ebene auf dem Bildschirm übernehmen, sodass Diagramme, Beschriftungen, Überschriften und Anweisungen zusammen mit dem Rest des Videos in die Zielsprache übertragen werden.

Falls Ihre bestehenden Gesundheitsaufklärungsvideos auf sichtbaren Texten basieren, überprüfen Sie diese Ebene zusammen mit den Untertiteln und der Synchronisation, bevor Sie die nächste Sprachversion produzieren. Der Lokalisierungsplan sollte mit allem beginnen, was der Zuschauer hören, lesen und nachvollziehen muss.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen der Übersetzung und der Lokalisierung von Aufklärungsvideos für Patienten?

Bei der Übersetzung werden Inhalte aus einer Sprache in eine andere übertragen. Bei der Lokalisierung wird das gesamte Video an eine Zielgruppe angepasst; dies kann die Sprachausgabe, Untertitel, Bildschirmentexte, Terminologie, das Layout, das Timing, Maßeinheiten sowie die Überprüfung umfassen. Bei einem Video zur visuellen Gesundheitsaufklärung wird im Rahmen der Lokalisierung zudem überprüft, ob die gesprochenen und die angezeigten Informationen weiterhin übereinstimmen.

Reichen übersetzte Untertitel für ein Aufklärungsvideo für Patienten aus?

Nicht, wenn wichtige Informationen innerhalb des Bildausschnitts erscheinen. Anatomische Bezeichnungen, Überschriften in Diagrammen, Messkategorien, Anleitungen, Warnhinweise oder Texte in der Benutzeroberfläche bleiben möglicherweise unzugänglich, wenn nur die Untertitel übersetzt werden. Die Teams sollten das gesamte Video zunächst einer Bestandsaufnahme unterziehen, bevor sie entscheiden, welche Ebenen lokalisiert werden müssen.

Wie sollte mit medizinischer Terminologie in verschiedenen Sprachen umgegangen werden?

Beginnen Sie mit genehmigten Ausgangstexten und einer Terminologieliste. Passen Sie den Text an die Zielgruppe an, ohne dabei die genehmigte Bedeutung eigenmächtig zu ändern, und lassen Sie anschließend unklare oder wichtige Formulierungen von qualifizierten Sprach- und Fachexperten überprüfen.

Kann KI Aufklärungsvideos für Patienten ohne menschliche Überprüfung übersetzen?

KI kann bei der Transkription, Übersetzung, Synchronisation und der visuellen Textverarbeitung helfen, sollte jedoch nicht die für Inhalte im Gesundheitswesen erforderliche Überprüfung ersetzen. Die Auswahl geeigneter Prüfer hängt von der Zielgruppe des Videos, dem Thema, dem Verwendungszweck und den Governance-Anforderungen der Organisation ab.

Welche Arten von visuellem Text können in einem Video zur Gesundheitsaufklärung lokalisiert werden?

Zu den gängigen Beispielen zählen Überschriften, anatomische Beschriftungen, Beschriftungen von Körperbereichen, Legenden zu Diagrammen, Messkategorien, Grafiken zur Ernährung, nummerierte Schritte, Anmerkungen und Texte in der Benutzeroberfläche. Der genaue Umfang sollte durch eine visuelle Bestandsaufnahme Szene für Szene ermittelt werden.

Wie können Teams beurteilen, ob ein lokalisiertes Video verständlich ist?

Teams können ihren internen Überprüfungsprozess mit etablierten Kriterien zur Gesundheitskompetenz kombinieren. Das PEMAT-A/V-Verfahren der AHRQ bewertet, ob audiovisuelle Materialien zur Patientenaufklärung verständlich und umsetzbar sind, wobei unter anderem Zweck, Aufbau, Sprache, visuelle Hilfsmittel und die Darstellung von Handlungsschritten berücksichtigt werden. Die medizinische Richtigkeit wird dabei nicht bewertet.